Ein Plädoyer für das Freie Spiel

Kinder wollen spielen, spielen, spielen. Und das ist gut so - denn spielen heisst entdecken, experimentieren, sich konzentrieren, kreativ sein, lernen, Rücksicht nehmen, sich austauschen, argumentieren und vieles mehr!

 

Mit "spielen" meine ich in diesem Zusammenhang "freies spielen", das heisst spielen ohne Einmischung oder Beeinflussung durch eine erwachsene Person. Bereits junge Babys besitzen die Fähigkeit, sich für kurze Zeit ganz konzentriert dem Spiel hinzugeben. Nur wenn zufriedene Babys nicht dauernd von Erwachsenen "bespielt" werden haben sie die Möglichkeit, sich intensiv mit ihrem Körper oder einem Spielzeug auseinanderzusetzen.

 

Ältere Kinder spielen auch gerne in Gruppen und lernen dabei eine Menge über den sozialen Umgang mit einander. Durch Meinungsverschiedenheiten, welche sie ohne Einmischung wohlmeinender Erwachsener lösen können, eignen sie sich wichtige Kompetenzen für das Leben an.

 

Wenn man mit Kindern spielen möchte, sollte man sich von ihnen leiten lassen. Die Impulse sollten vom Kind ausgehen, nicht vom Erwachsenen.

 

Wenn Kinder in ihr Spiel vertieft sind, sind sie hochkonzentriert und ganz bei sich. In diesem Zustand sollten wir sie möglichst nicht stören. Kinder in solchen Situationen zu beobachten, finde ich wunderbar. Oft lernt man dabei neue Aspekte der Kinder kennen.

 

Das freie Spiel kann nicht genug gelobt werden. Denn bei diesen Tätigkeiten eignen sich die Kinder genau jene Kompetenzen an, welche wir ihnen so gerne mit auf den Weg geben möchten. Dafür sind keine Förderkurse nötig. Denn wir möchten ja nicht kleine Roboter aufziehen, die durch Auswendiglernen viel Wissen anhäufen. Wir möchten eigenständige und kreative Denker mit einem weiten Horizont.

 

Ein Kind braucht täglich mehrere Stunden an unverplanter Zeit!

 


Für Fragen oder Anregungen zu diesem Thema stehe ich gerne zur Verfügung.